Dienstag | 16.02.2021 | 19:00 Uhr
Prof. Dr. Michaela Konrad, Bamberg

Vom kontrollierten Siedlungsraum zur Konfliktzone. Römischgermanische Beziehungen an den Grenzen zwischen Rhein und Donau

Wir bitten um vorherige Anmeldung.

Zusammen mit der Bremer Gesellschaft für Vorgeschichte und dem Freundeskreis der Antike

In der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. erreichte das Imperium Romanum seine größte Ausdehnung und verfügte über mehr als vierzig Provinzen, die sich zwischen Maghreb und Schottland, Normandie und Mesopotamien erstreckten. Zugleich erlebte in den 150er Jahren der »Obergermanisch-Raetische Limes«, die über 550 km lange, befestigte Grenze zwischen Rheinbrohl bei Remagen und Eining an der bayerischen Donau seine letzte Vorverlegung.
Nach Fertigstellung der heute noch beeindruckenden Grenzanlagen, war unter dem Eindruck von Stabilität und Frieden auch im unmittelbaren Hinterland des Limes die Gestaltung der zivilen Siedlungsräume nach römischem Vorbild möglich geworden. Die Außengrenzen des römischen Reiches waren kontrollierte und ausbaufähige Siedlungszonen, definierten den römischen Rechts- und Wirtschaftsraum; mit ihren zahlreichen Grenzdurchgängen waren sie aber auch Räume der Kommunikation mit den exterritorialen Nachbarn Roms und eines damit einhergehenden Kultur- und Güteraustauschs.
Wie sich im Laufe der zweiten Hälfte des 2. bis 3. Jahrhunderts die Situation in den Grenzprovinzen an Rhein und Donau zu einer außen- und innenpolitisch äußerst prekären und existenzbedrohenden Lage entwickeln konnte, ist Gegenstand des heutigen Vortrages.

Abbildung zeigt Michaela Konrad

Prof. Dr. Michaela Konrad ist Professorin für Archäologie der Römischen Provinzen an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Nach ihrem Studium der Provinzialrömischen Archäologie, der Vor- und Frühgeschichte und Alten Geschichte an den Universitäten München und Freiburg i. Br. forschte sie als Postdoc-Stipendiatin des Deutschen Archäologischen Instituts im Rahmen mehrjähriger Ausgrabungen am römischen Limes in Syrien. Danach widmete sie sich an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften Fragen der Kontinuität zwischen Spätantike und Frühmittelalter im römischen Regensburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind römische Grenzen als dynamische Siedlungszonen und Räume interkultureller Begegnung. Sie leitet im Auftrag des Deutschen Archäologischen Instituts die Forschungen im spätantiken Pilgerheiligtum von Resafa in Syrien und ist Herausgeberin der gleichnamigen wissenschaftlichen Schriftenreihe. In verschiedenen Kooperationsprojekten ist sie an aktuellen Forschungen zum Städtewesen und zu sakralen Plätzen der römischen Zeit zwischen Niederrhein und Zentralalpen beteiligt.