DIESER WITTHEITSVORTRAG IST ABGESAGT!
Dienstag | 24. März 2020| 19:00 Uhr

Prof. Dr. phil. Jan Philipp Reemtsma, Dr. Frank Hatje, Hamburg
Ferdinand Beneke: Die Tagebücher II (1802 – 1810)
Zusammen mit der Historischen Gesellschaft, der Goethe Gesellschaft und der Universität Bremen

Prof. Dr. phil. Jan Philipp Reemtsma, geb. 26.11.1952, Gründer und Vorstand der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur und der Arno Schmidt Stiftung, Gründer und bis März 2015 Leiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung.

PD Dr. Frank Hatje studierte in Tübingen und Hamburg Geschichte, Germanistik und Griechische Philologie. Seit seiner Habilitation lehrt und forscht er als Privatdozent am Historischen Seminar der Universität Hamburg zu Themen der Frühen Neuzeit. Von 2001 bis 2018 leitete er zusammen mit Ariane Smith die Beneke-Edition. Gegenwärtig schreibt er an einer Monographie über Beneke.

Der Hamburger Jurist und gebürtige Bremer Ferdinand Beneke (1774 – 1848) hat mit seinen Tagebüchern samt den von ihm beigefügten Briefen und Manuskripten eines der fesselndsten Dokumente zur Kultur und Lebenswelt des Bürgertums zwischen Französischer Revolution und Vormärz hinterlassen. Denn Beneke erweist sich als Seismograph seiner Zeit, ob er nun über Politik oder Alltag, Literatur oder Familienleben, Reisen oder Religion schreibt und uns nachzuvollziehen erlaubt, wie sich Ansichten und Ideen, die die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts prägen sollten, aus den Zeitumständen entwickelt haben. Die zweite, jüngst erschienene Abteilung der Tagebuch-Edition ist in dieser Hinsicht besonders aussagekräftig. Sie beginnt mit Friedenshoffnungen und endet mit der Annexion der Hansestädte durch das französische Kaiserreich. Sie zeigt den Wandel Benekes vom Schüler der Aufklärung zum Frühromantiker, von der Begeisterung für die Französische Revolution zu einer Weltanschauung, die Begriffe wie Nation und Republik, Religion und Geschichte zusammendenkt.
In einer Kombination aus Vortrag und Lesung geben Jan Philipp Reemtsma und Frank Hatje Einblicke in den Tagebuchkosmos.


Dienstag | 28. April 2020| 19:00 Uhr
Prof. Dr. Christian Wild, Bremen
Korallenriffe in der Krise – Was geht uns das in Bremen an und was können wir tun?
Zusammen mit dem Übersee-Museum und der Universität Bremen
Prof. Dr. Christian Wild, geboren 1974 in München, ist Professor für Marine Ökologie an der Universität Bremen. Nach dem Grundstudium der Biologie und Geographie an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz, wechselte er nach Bremen und absolvierte seine Promotion am MPI für Marine Mikrobiologie in 2003. Im Anschluss arbeitete er als Berater für Korallenriffthemen für die UNESCO in Paris und als Nachwuchsgruppenleiter an der LMU München. Im Jahr 2010 folgte er einem Ruf auf eine Professur an die Universität Bremen. Seine Forschung zur Rolle von Korallenrifforganismen als sogenannte Ökosystemingenieure wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. durch den Heinz Maier-Leibnitz-Preis der DFG und die Otto-Hahn-Medaille der MPG. Christian Wild ist Vorsitzender der 14. Weltkorallenriffkonferenz, die im Juli 2020 in Bremen stattfindet, und die er zum ersten Mal in der 50-jährigen Geschichte dieser Konferenz nach Europa holen konnte.

Korallenriffe sind einzigartige Lebensräume im Meer. Diese Ökosysteme beherbergen eine enorme Vielfalt an pflanzlichen und tierischen Lebewesen und werden daher auch als Regenwälder der Meere bezeichnet. Gleichzeitig liegen Korallenriffe wie »Oasen in der Wüste« in den nährstoffärmsten Meeresgebieten unseres Planeten, sind aber trotzdem extrem produktiv. Dieses sogenannte Darwinsche Riff-Paradoxon ist bis heute nicht vollständig geklärt, aber viele Wissenschaftler, auch in Bremen, arbeiten daran. Leider ist die Situation nun aber so, dass sich unsere Korallenriffe in einer globalen Krise befinden. Das liegt vor allem daran, dass Steinkorallen als die Ingenieure von Riffen besonders durch die Meereserwärmung und die Meeresansäuerung als die beiden Hauptkonsequenzen der globalen Klimaveränderung betroffen sind. Dazu kommen Faktoren wie die Überfischung und die Überdüngung, die Korallen schwächen und Algen im direkten Wettbewerb stärken. Das Resultat sind Riffe, die sich in einer in der Erdgeschichte einmaligen Geschwindigkeit verändern; von klassischen Riffen voller unterschiedlicher Steinkorallen mit unterschiedlichen Wuchsformen zu eintönigen Geröllfeldern mit dichtem Algenüberwuchs. Mehr als die Hälfte aller unserer Riffe zeigt inzwischen solche oder ähnliche Veränderungen.