Forschungsstelle Osteuropa

Forschungsstelle Osteuropa

Die Forschungsstelle Osteuropa (FSO) ist als An-Institut eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung an der Universität Bremen. Im Jahre 1982 mitten im Kalten Krieg gegründet, versteht sich die FSO heute als ein Ort, an dem a) die Geschichte dieser Gesellschaften mit ihrer spezifischen Untergrundkultur aufgearbeitet und b) die Transformation und gegenwärtige Entwicklung der Nachfolgestaaten analysiert werden.

Die Forschungsstelle Osteuropa (FSO) ist als An-Institut eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung an der Universität Bremen. Sie wird gemeinsam von der Kultusministerkonferenz und dem Land Bremen finanziert. Im Jahre 1982 mitten im Kalten Krieg gegründet, versteht sich die FSO heute als ein Ort, an dem a) die Geschichte dieser Gesellschaften mit ihrer spezifischen Untergrundkultur aufgearbeitet und b) die Transformation und gegenwärtige Entwicklung der Nachfolgestaaten analysiert werden.

Die Arbeit der Forschungsstelle Osteuropa gliedert sich dabei in die vier Bereiche Forschung, Archiv, aktuelle Länderanalysen und Ausstellungen.

Die Forschung findet unter dem Dach „Dissens und Konsens“ statt. Dahinter steht die Annahme, dass abweichende Meinungen, politische Opposition, Renitenz oder Formen von Eigensinn nur im Zusammenhang mit dem politischen System, seinen Diskursen und Repressionsmaßnahmen verstanden werden können. Dabei stehen folgende Forschungsstränge im Vordergrund:

– geteilte Welten von Akteur_innen aus Dissens, Konsens, Staat und Partei

– Netzwerk- und Korruptionsforschung

– die Funktionsweise (post-)autoritärer Regime

Dafür arbeiten Historiker_innen, Politikwisschenschaftler_innen, Soziologen/innen, Literatur- und Kulturwissenschaftler-innen zusammen.

Seit der Gründung der Forschungsstelle Osteuropa 1982 ist das Archiv ein „sicherer Hafen“ für Dokumente, Objekte und Bilder der informellen Kultur aus Osteuropa, die unter Umgehung der Zensur im Samizdat (russ.: Selbstverlag) veröffentlicht wurden. Dazu zählen Schriften, Fotografien und Kunstwerke von Menschenrechts_aktivistinnen, Schriftsteller_innen, Künstler_innen und Wissenschaftler_innen aus der ehemaligen Sowjetunion, Polen, der ehemaligen Tschechoslowakei sowie in geringerem Umfang aus der DDR und Ungarn.

– Die Abteilung „Sowjetunion und Nachfolgestaaten“ beherbergt neben Samizdat-Zeitschriften und –Manuskripten mehr als 600 persönliche Archive. Darunter befinden sich die Bestände der Schriftsteller Lew Kopelew und Jurij Trifonov sowie des Philosophen Boris Groys.

– Die Abteilung „Ostmitteleuropa“ besitzt u.a. umfangreiche Bestände der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc und der Opposition 1976-1989, eine große Sammlung des drugi obieg (poln.: Zweiter Umlauf), Untergrundpost Und Plakate. Die tschechoslowakische Sammlung zeichnet sich durch zahlreiche Editionen der Samizdat-Verlage aus; dazu kommen Bestände wie die des Fotografen Ivan Kyncl und des Künstlers Karel Trinkewitz. Aus Ungarn stammen u.a. Dokumente des Schriftstellers Györgi Dalos. Die DDR-Opposition ist mit künstlerischem Samizdat und Schriften von Autoren aus dem kirchlichen Umfeld vertreten.

Die Länder-Analysen (Online-Zeitschriften) bieten regelmäßig im kostenlosen Abonnement aktuelle Informationen über Belarus, Polen, Russland, Südkaukasus, Ukraine, Zentralasien. Alle Länder-Analysen verstehen sich als Teil eines gemeinsamen Projektes, das der wissenschaftlich fundierten Analyse, der Offenheit für verschiedene inhaltliche Positionen sowie der nicht-kommerziellen Information einer breit verstandenen interessierten Öffentlichkeit verpflichtet ist. Alle Länder-Analysen sind mit Archiv und Indizes online verfügbar unter www.läander-analysen.de und können dort auch kostenlos abonniert werden.

 

Prof. Dr. Susanne Schattenberg
Forschungsstelle Osteuropa
an der Universität Bremen
Klagenfurter Straße 8
28359 Bremen

Sekretariat
Sabine Andrae
Raum 3550
T 0421-218-69600
F 0421-218-69607
www.forschungsstelle.uni-bremen.de

 

Kolloquium zur Ost(mittel)europäischen Geschichte

Dienstags 18-20 Uhr in OEG, Raum 3790

Di | 15. Oktober 2019 |
Workshop für Studierende
Fragetechniken und wissenschaftliche Diskussionen führen.

 

Di | 22. Oktober 2019* | Beginn 18:30
Haus der Wissenschaft, Sandstraße 4/5, Sitzungsraum 1. OG
Irina Flige (St. Petersburg)

Die UdSSR 1989 und Russland heute.
(in russischer Sprache mit Übersetzung)

 

Di | 29. Oktober 2019* | Beginn 18:30
Villa Ichon, Goetheplatz 4, Goldener Saal
Julia Klaniczay (Budapest)
Ungarn 1989 und heute.
(in englischer Sprache)

 

Di | 5. November 2019* |
EuropaPunktBremen, Carl-Ronning-Straße 2
Podiumsgespräch mit Andrzej Leder und Magdalena Grabowska (beide Warschau)
Difficult Legacies of 1989 and the New Hegemonies in Eastern Europe.
(in englischer Sprache)

 

Di | 12. November 2019* | Beginn 18:30
Haus der Wissenschaft, Sandstraße 4/5, Sitzungsraum 1. OG
Peter-Christian Bürger (Chemnitz)
Die DDR 1989 und die Bundesrepublik heute.

 

Mo | 18. November 2019* |
EuropaPunktBremen, Carl-Ronning-Straße 2
Pavel Kolář (Konstanz)
Die ČSSR 1989 und Tschechien heute.

 

Di | 26. November 2019* | Beginn 18:30
Belladonna e.V., Sonnenstraße 8
Gespräch mit Samirah Kenawi (Berlin)
Ein feministischer Blick auf die Wende.

 

Di | 3. Dezember 2019 |
Irina Tibilova (Freiburg)
Heroisierung und Militarisierung von Arbeit in der Sowjetunion von 1919 bis 1991.

 

Di | 10. Dezember 2019 |
Marianna Zhevakina (Hamburg)
„Die ‚linke‘ Produktion in sowjetischen Betrieben der Chruščev-Zeit“.

 

Di | 17. Dezember 2019 |
Veranstaltung der DGO Caroline Ridler (Nottingham)
Viktor Tsoi, the ‘last hero’ [posledniy geroy] of the Soviet rock underground: rock music’s transitions from cultural underground to foreground during glasnost.

 

Di | 7. Januar 2020 |
Viktor Kempf (Freiburg)
Sowjetische auswärtige Kulturpolitik am Beispiel der Internationalen Musikmesse in Frankfurt a. M. 1927.

 

Di | 14. Januar 2020 | Beginn 18:30
Malte Rolf (Oldenburg) und Philipp Schedl (Bamberg)
“Um unseren geknechteten Volksbrüdern in den Grenzländern mit allen Mitteln zur Hilfe zu kommen…”
Die Russische Grenzlandgesellschaft
und die imperiale Politik im späten Zarenreich.

 

Di | 21. Januar 2020 |
Olga Nikonova (Tscheljabinsk)
Was Bundeskanzler Adenauer mit dem Chelyabinsker Roehren-Walzwerk verbindet oder eine Lokalgeschichte im Globalen Kontext.

 

Di | 28. Januar 2020 |
Sophie Lambroschini (Berlin)
Soviet capitalist bankers on the financial front of the Cold War: from agents of Soviet financial statecraft to Russian global managers.

 

*Gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.