Dienstag | 16.02.2027 | 19:00 Uhr
Prof. Dr. Eduardo Ros, Bonn

Ein Blick ins Herz der Dunkelheit: wie wir Schwarze Löcher sichtbar machen

HdW, Olbers-Saal
Zusammen mit der Olbers-Gesellschaft und der Universität Bremen

Schwarze Löcher zählen zu den faszinierendsten und zugleich rätselhaftesten Objekten im Universum. Lange galten sie als unsichtbar, doch heute gelingt es der Forschung erstmals, ihre unmittelbare Umgebung direkt abzubilden. Im Zentrum dieser Entdeckungen steht die Galaxie Messier 87, in deren Zentrum sich ein gigantisches Schwarzes Loch befindet, das einen gewaltigen Materiestrahl ins All schleudert.
Der Vortrag erklärt, wie ein weltumspannendes Netzwerk von Radioteleskopen es ermöglicht, das Licht am Rand eines Schwarzen Lochs sichtbar zu machen. Dabei können wir beobachten, wie heiße Materie und Magnetfelder in einen nahezu lichtschnellen Jet gelenkt werden. Über die bekannten Bilder von Schwarzen Löchern in Messier 87 und Sagittarius A* hinaus wird berichtet, wie inzwischen Filme dieser Objekte erstellt werden können. Diese ermöglichen neue Einblicke in die Physik der unmittelbaren Umgebung im Zentrum aktiver Galaxien, wo einige der energiereichsten Prozesse im Universum stattfinden.

Abbildung zeigt Prof. Dr. Eduardo Ros

Prof. Dr. Eduardo Ros ist Astronom am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn und beurlaubter Professor für Astronomie und Astrophysik an der Universität Valencia. Er wurde 1969 in Zaragoza (Spanien) geboren und studierte Physik in Zaragoza und Paderborn. Seine Promotion in Astronomie schloss er 1997 in Valencia ab. Seit den späten 1990er-Jahren ist er eng mit dem Bonner Max-Planck-Institut verbunden, wo er als Wissenschaftler und später auch in koordinierenden Funktionen tätig war. Seine Forschung konzentriert sich auf hochauflösende Radioastronomie, insbesondere auf die Untersuchung von Schwarzen Löchern, aktiven Galaxienkernen und relativistischen Jets mithilfe der interferometrischen Technik (VLBI). Er ist an internationalen Großprojekten wie dem Event-Horizon-Teleskop beteiligt, das erstmals Bilder von Schwarzen Löchern geliefert hat, und engagiert sich seit vielen Jahren auch in der Vermittlung astronomischer Forschung an die Öffentlichkeit.