Dienstag | 10.05.2022 | 19:00 Uhr
Susanne Kiel, Bremerhaven

Die Hafenstadt Bremen und das Übersiedlungsgut jüdischer Auswanderer Forschungsprojekt: Der Umgang mit Übersiedlungsgut jüdischer Emigranten in Bremen nach 1939.

Zusammen mit dem Deutschen Schifffahrtsmuseum

Über die Hafenstädte Bremen und Hamburg wurden in der NS-Zeit tausende Haushalte jüdischer Emigranten aus dem gesamten damaligen Reichsgebiet nach Übersee verbracht. Die Haushalte waren in Kisten verpackt und von Speditionen in die Häfen transportiert worden, wo sie zunächst gelagert, dann verschifft wurden.
Mit Kriegsbeginn im September 1939 durften zivile Schiffe die Häfen nicht mehr verlassen, und die bereits dorthin transportierten Güter verblieben in den Lagern des Hafengebietes. Kurze Zeit später, ab Frühjahr 1940, begann die Gestapo damit, diese Umzugsgüter zu beschlagnahmen. Anschließend wurden im Auftrag der jeweiligen Oberfinanzdirektionen das Hab und Gut der Emigranten öffentlich, meistbietend versteigert.
In einem Forschungsprojekt, gefördert vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, werden die Wege dieses ehemals jüdischen Eigentums - von ihrer Verladung im Heimatort bis hin zum Verkauf in den Versteigerungslokalen in Bremen – und die Beteiligten an dieser Prozesskette historisch aufgearbeitet.

Die Abbildung zeigt Susanne Kiel

Susanne Kiel studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Philosophie in Kiel. Seit 2006 ist sie als freie Kunsthistorikerin tätig und hält Lehraufträge und Vorträge, gibt Führungen und führt Kunstreisen durch. Seit 2018 arbeitet Susanne Kiel als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Schifffahrtsmuseum, Bremerhaven in der Provenienzforschung im Projekt »Der Umgang mit Übersiedlungsgut jüdischer Emigranten in Bremen nach 1939: Beteiligte, Netzwerke und Wege der Verwertung« (Laufzeit 2018 – 2021, verlängert bis 2023).