Dienstag | 22.03.2022 | 19:00 Uhr
Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein, Freiburg

Biodiversitätsrückgang in der Agrarlandschaft

Seit Oktober 2017 wird über einen dramatischen Rückgang von Insekten gesprochen. Ausschlaggebend waren Insektenfänge des Krefelder Entomologischen Vereins, die einen Rückgang von über 75% Insektenmasse in den letzten 27 Jahren zeigten. Zeitreihen über die Artenvielfalt von verschiedenen Insektengruppen wie Schmetterlinge oder Käfer aus Schutzgebieten und von landwirtschaftlichen Flächen folgten. BiologInnen sind sich einig: Lebensgemeinschaften haben sich gravierend verändert und wir müssen handeln. Zahlreiche vergleichende Studien zeigen, dass der Lebensraumschwund die Hauptursache des Biodiversitätsverlustes ist. Dazu zeigten Studien für immer mehr chemische Substanzen erhöhte Sterberaten oder Verhaltensänderungen bei Bienen. Der Klimawandel wird in den nächsten Jahren zusätzliche viele Arten aus den sich verändernden Lebensräumen verdrängen.

Dies, und im Spezifischen die Rolle von Bestäubungsinsekten für den Menschen, wird Alexandra Klein in ihrem Vortrag beleuchten und erklären, warum die Lösungsansätze zum Erhalt der Biodiversität vielfältig sein müssen.

Abbildung zeigt Alexandra-Maria Klein
Foto: Joachim Pelikan

Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein studierte in Göttingen Biologie und promovierte zur Kaffeebestäubung in Indonesien. Sie forschte in Ecuador und UC Berkeley in Kalifornien. 2010 wurde sie als Professorin für Ökosystemfunktionen an die Universität Lüneburg berufen und wechselte 2013 an die Universität Freiburg und leitet dort die Professur für Naturschutz und Landschaftsökologie.

Alexandra Klein forscht zu den Zusammenhängen zwischen Landnutzung, Biodiversität und Kulturpflanzenbestäubung. Ihre Arbeiten wurden u.a. durch die Alfred-Töpfer Stiftung oder die Alexander-von Humboldt Stiftung gefördert. Klein gehört zu den meist-zitierten Wissenschaftlerinnen. Sie ist Vizepräsidentin der Gesellschaft für Ökologie, arbeitet für den Schweizer Nationalfond und in Senatskommissionen der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Sie war Leitautorin des Weltbiodiversitätsrats für das Bestäubungsassessment. Sie ist seit 2014 Mitglied von verschiedenen Beiräten im Umwelt- und Landwirtschaftsministerium in Baden-Württemberg und leitete die Leopoldina-Stellungnahme zum Management von Biodiversität in der Agrarlandschaft.